„Mein Ziel ist nicht nur die Suche nach Klarheit und Simplizität im Verworrenen, es ist vielmehr am Ende eine Einladung an uns alle sich mit gegensätzlichen Bereichen und Räumen auseinanderzusetzen und in Kontakt zu treten, im Inneren wie in der Außenwelt, individuell oder auch als Kollektiv.“
Das Zusammenspiel von Form, Farbe und Raum und die Beziehung dieser Elemente sind in Danni Pantels Arbeit immer eng mit ihrem Innenleben verknüpft. Dabei geht es um eine innere und äußere Dynamik – um Gleichgewicht, aber auch um das Aushalten von Spannungen. Im Angesicht ihrer großformatigen Malerei und ihrer Skulpturen, deren Farbskala von scharf kontrastierenden Komplementärfarben bis hin zu harmonisch korrespondierenden Pastelltönen reichen, wird offensichtlich das Pantel nicht daran interessiert ist, Tiefe in Ihren Werken zu schaffen; im Gegenteil, alles soll sichtbar werden, sich im Vordergrund abspielen. Mit jedem Schritt, den sich der Betrachter der Leinwand nähert, wird die Struktur in der Materialität der Formen und Linien sichtbar, die aus der Ferne oder auf dem Bildschirm noch glatt und definiert scheinen. Dabei versteht sich ihr Werk immer als sanfte, aber bestimmte Einladung, genau diesen Spannungsraum zwischen scheinbarer Perfektion und Verletzlichkeit zu betreten und sich einer Introspektion zu öffnen.
+++SOLO EXHIBITION "THE MILK IS SOUR"+++
„Ich male nicht, was ich sehe“, sagt die Künstlerin Danni Pantel, “sondern was ich empfinde.“ Pantels Bilder sind kein Abbild der Außenwelt. Sie sperren sich vielmehr gegen die Darstellung des Gegenständlichen. In einem spontan-gestischen Verfahren manifestiert sich die Innenwelt in kräftigen Farben auf der großformatigen Leinwand. Pantel malt mit vollem Körpereinsatz, schüttet Lack auf Leinwände, die auf dem Boden liegen. Schlieren und vermeintliche Fehler werden sichtbar und in einem zweiten Schritt mit Epoxidharz fixiert, mehr noch überformt. Die Materialität der Farbe, die Schichten, die sich auf der Leinwand abzeichnen, sprechen für sich. Das Bild ist reine Oberfläche und verweist auf nichts. Erst im Rezeptionsprozess verleihen die Betrachter:innen dem Dargestellten eine Bedeutung. In der Tradition der Avantgarde macht Pantel den Zufall zum Kompositionsprinzip. Gesucht wird ein unverstellter Blick auf Farben und Formen, die festgehalten werden sollen, bevor sie durch das Raster des kulturellen Codes gesiebt werden. Dass diese große produktionsästhetische Utopie der Avantgarden Annäherung bleibt, weiß die Künstlerin. Dementsprechend groß ist das Assoziationscluster, das ihre Bildinhalte freisetzen. Die organischen Formen, die auf der Leinwand sichtbar werden, erinnern einmal an Körperfragmente – etwa Brüste oder männliche Genitalien –, dann wieder an innere Landschaften, die sich dem Unbewussten nähern. Wenn sich Danni Pantel in die Tradition der abstrakten Moderne einschreibt, muss freilich auch die ironische Brechung der großen expressiven Geste mitgedacht werden, die für eine Künstlerin ihrer Generation selbstverständlich ist. Wenn Pantel ihre Malerei durch die Wahl poetisch-situationistischer Titel intermedial erweitert, wird klar, dass das Pathos von einst ausgedient hat. „Panther blues in Cisternino“ liest man da etwa, oder „Ciao amore mio“. Die Bild-Text-Schere ist Programm. Sie führt ins Leere und lässt die Betrachter:innen ratlos, aber auch schmunzelnd zurück.