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Kazunori Kuro

EXPONATE

 

 

Die Bilder und Skulpturen von Kazunori Kura, einem Meisterschüler von Jorinde Voigt, übersetzen existenzielle Fragen und Naturphänomene in Kunst.

Kuras Kunst kreist um philosophische Fragen: Was macht die Welt aus? Wie kann ich mich in ihr verorten? Welche Phänomene begegnen mir dabei? Dabei spielt eine große Rolle die Kraft des Glaubens, eine Energie, die unser Dasein bestimmt und formt. So gibt es selbstverständlich wissenschaftlich erwiesene Fakten, aber erlangen sie in der Wirklichkeit nicht nur Bedeutung, wenn und weil Menschen an sie glauben?

Seine Arbeiten nennt er »Spuren dieser Gedankenprozesse«. In Bildern und Installationen untersucht Kazunori Kura, wie Naturphänomene in Kunst transformierbar und sichtbar gemacht werden können und stellt in seinen Arbeiten Fragen zur Realität und Wahrnehmung. Dabei bewahren sich seine Arbeiten trotz dieser existenziellen Fragen, die aus seinem ganz subjektiven Ansatz angegangen werden, eine wunderbare Leichtigkeit.

Die in Hamburg gezeigten Werke des Zyklus The Power to Believe I „Vessels, Caves, Torsos“ spiegeln das beispielhaft wider.

Die zart gezeichneten, rätselhaften Formen schweben frei im nicht näher definierten Bildraum. Eine genaue Verortung scheint unmöglich. Sie tragen die gleiche blaue Farbgebung wie der Hintergrund und lassen sich nur durch ihre leichten Schattierungen als Körper und Volumen identifizieren. Umgeben und beleuchtet sind sie mit einer Art göttlichem Strahlenkranz, der einerseits aus der westlichen Ikonographie von Heiligenbildern oder der Darstellung Mutter Gottes bekannt ist, aber auch in anderen Kulturen (z.B. Mithraismus, Zoroastrismus, Buddhismus) verankert ist. Er verzaubert uns mystisch, lässt uns aber auch mehr mit Fragen als mit Antworten zurück.

Sind es also Fragmente unseres menschlichen Körpers oder gar eines Heiligen? Der Titel der Arbeiten legt eine solche Deutung natürlich ein Stück weit nahe.

Kura spielt in diesen Werken subtil darauf an, dass bestimmte Formen und Symbole bereits im Kollektiven Gedächtnis mit spezifischen Interpretationen besetzt sind. In diesem Fall ist der Strahlenkranz eine seit Jahrhunderten kunstgeschichtlich besetzte Form von Darstellungen und der Kennzeichnung göttlicher Erleuchtung oder auch bestimmter Machtpositionen in ganz unterschiedlichen Kulturen ist. Der Künstler führt uns also vor Augen, wie Deutung von Symbolen in einer kollektiven Wahrnehmung funktionieren, wenn man Objekte kombiniert, die einzeln für sich neutral sind. Er verhindert aber eine Eindeutigkeit und lässt den Betrachter wunderbar staunend zurück.

Short Bio:
Kazunori Kura (*1986 in Tokyo, Japan) lebt und arbeitet in Hamburg. Er studiert als Meisterschüler bei Prof. Jorinde Voigt an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Zuvor hatte er bereits bei Voigt an der Akademie der Bildenden Künste München sowie einen Bachelor in Graphik-Design an der Tama Art University in Tokio erworben. Seine Arbeiten wurden in Einzelausstellungen bei der Micheko Galerie, München und bei Gallery W, Tokio gezeigt sowie in Gruppenausstellungen bei Micheko Galerie, München, University of Fine Arts Hamburg, Hamburg, Studio Jorinde Voigt, Berlin, Space Nouvelle, Innsbruck, Akademie der Bildenden Künste München, München, L’Arsenale di Venezia, Venedig, Städtische Galerie Eichenmüllerhaus, Lemgo, Köglturm, Aichach. Jike-cho, Yokohama und Katholische Akademie in Bayern, München. Folgende Auszeichnungen erhielt er bereits u.a.: 2020 den Grand Prize, Art project competition for the facade of the Parkhaus Rödingsmarkt. Ebenfalls war er ein Finalist des Arte Laguna Prize 2018.19.

Text: Kirsten Eggers

Foto: Kazunori Kura

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