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Juno Rothaug

EXPONATE

 

 

Juno Rothaug widmet sich der Malerei, nachdem sie zunächst Skulpturen aus Textil fertigte. Aktuell studiert sie in der Klasse von Anselm Reyle Malerei an der HFBK Hamburg.

In der Ausstellung talking about next generation sind Werke aus zwei Schaffenszyklen zu sehen.

Rothaugs neuste Werke zeichnet eine kräftige Farbgebung aus. Blau-, Rot- und Grün-Töne dominieren in einem kraftvollen Duktus den großflächigen Bildaufbau, vorhergegangene Arbeiten stammen aus einer reduzierteren, erdigeren Farbpalette mit viel Rosa-Tönen. Trotz der etwas zurückhaltenderen Farbgebung büßen diese nichts an Stärke oder Überzeugungskraft ein. Die Auseinandersetzung mit einem ihrer Vorbilder Francis Bacon ist hier spürbar. Neben Bacon, nennt Rothaug aber auch Cecily Brown, Daniel Richter, Albert Oehlen, Felix Valloton, oder Philip Guston als Vorbilder.

Ihre Malereien entstehen in der Regel mit dem Ausgangspunkt einer narrativen oder figurativen Idee, aus den verschiedensten Bereichen ihres Lebens, aus der eigenen Biographie oder aus der Geschichte. Sie legt den Bildaufbau grob auf dem Malgrund fest, jedoch ohne genaue Vorskizze aufzubringen, sondern eher Schwerpunkte setzend, Beziehungen oder Dynamiken zwischen den einzelnen Elementen erforschend.

Sie legt den Bildaufbau grob auf dem Malgrund fest, jedoch ohne genaue Vorskizze aufzubringen, sondern eher Schwerpunkte setzend, Beziehungen oder Dynamiken zwischen den einzelnen Elementen festlegend.

Im Malprozess erfolgt dann eine Verschlüsselung und ggf. auch wieder eine Entschlüsselung dieser ursprünglichen Idee. Es handelt sich um ein Wechselspiel von Offenlegen und Verstecken der Figur. Balancieren und aus der Ruhe bringen, Spannung und Entspannung - das Verhandeln dieser Gegensätze mittels der Malerei und ihrer Chiffrierungen sowie das Übersetzen ihrer Beobachtungen der Welt, Menschen und ihren Beziehungen in die Farbschwünge interessieren die Malerin.

Nachdem das eigentliche Malen begonnen hat und die Künstlerin die Elemente sukzessive demontiert hat, löst sich das Bild von seiner Vorlage der narrativen oder figurativen Idee und wächst in der Dynamik seiner Entstehung weiter.

Hinweis auf die Narrativen und Figuren, die den Ausgangspunkt darstellen, geben dann nur noch die Titel wie „Kühe Essen Heu, Cälber mögen“, „Fliegender Galoppwechsel“, „Delilah, I Love you“ oder „Ada", die z.T. schmunzeln lassen oder aber auch die sensiblen Zusammenhänge und Beziehungen der Künstlerin zu den ursprünglichen Figuren erahnen lassen.

Generell wohnt diesen Arbeiten eine Reife inne, die bei einer noch so jungen Künstlerin wirklich überrascht.

Short Bio:
Juno Rothaug (*1999, Hamburg) lebt und arbeitet in Hamburg. Die Gruppenausstellung „Talking About Next Generation“ im Collectors Room Hamburg Hamburg ist nach einer Gruppenausstellung im Rahmen des ABC* Festivals und den Jahresausstellungen der HFBK Hamburg ihre erste Ausstellung. 2021 erhielt sie die Nachwuchsförderung der Kunststiftung Schües.

Text: Kirsten Eggers

Foto: Joana Owona

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